Bestandsverwaltung - Betriebsabläufe

Präzise Bestandskontrolle und Inventur-Verfahren bei Georg Fischer

Bestandsverwaltung Übersicht

Grundlagen der Bestandsverwaltung

Bestandserfassung

Präzise Mengenverfolgung aller Artikel im Lager mit kontinuierlicher Überwachung

Bestandskontrolle

Regelmäßige Überprüfung der Bestände durch verschiedene Inventur-Verfahren

Bestandsoptimierung

Kontinuierliche Verbesserung der Effizienz durch ABC-Analyse und Reorganisation

Bestandsschutz

Qualitätssicherung durch Sperrungen und kontrollierte Freigaben

Bestandsarten bei Georg Fischer

Freie Bestände

Status: Sofort verfügbar für Auslieferung

  • Keine Einschränkungen
  • Normale Lagerverwaltung
  • Automatische Disposition
  • Standard-Kommissionierung

Gesperrte Bestände

Status: Nicht verfügbar für Auslieferung

  • Qualitätsprüfung erforderlich
  • Schadensuntersuchung läuft
  • Manuelle Freigabe notwendig
  • Separate Behandlung

Reservierte Bestände

Status: Für Aufträge reserviert

  • Temporär nicht verfügbar
  • Automatische Freigabe bei Storno
  • Planungsrelevant
  • Auftrags-gebunden

Quarantäne-Bestände

Status: Sonderprüfung erforderlich

  • Räumlich getrennt gelagert
  • Erweiterte Dokumentation
  • Spezialbehandlung
  • Qualitätskontrolle

Genauigkeits-Ziele

99.5%
Mengengenauigkeit

Ziel: 99,5% oder höher bei allen Bestandsmengen

100%
Lagerplatzgenauigkeit

Ziel: 100% korrekte Lagerplatz-Zuordnungen

100%
Artikel-Genauigkeit

Ziel: 100% korrekte Artikel-Identifikation

100%
Qualitätsstatus-Genauigkeit

Ziel: 100% korrekte Qualitätsstatus-Führung

Messung der Bestandsgenauigkeit

Regelmäßige Stichproben

Tägliche Zufallsstichproben zur kontinuierlichen Qualitätskontrolle

Permanente Inventur

Zyklische Zählung nach ABC-Klassifizierung und Risikobewertung

Automatische Kontrollen

System-gesteuerte Plausibilitätsprüfungen bei allen Bewegungen

Fehleranalyse

Systematische Auswertung von Abweichungen zur Prozessverbesserung

Inventur-Verfahren

Inventur-Methoden im Überblick

Permanente Inventur

Prinzip:

Kontinuierliche Überprüfung der Bestände durch zyklische Zählung

Frequenz:
  • A-Artikel: Monatlich
  • B-Artikel: Quartalsweise
  • C-Artikel: Jährlich
  • Kritische Artikel: Wöchentlich
Vorteile:
  • Kontinuierliche Genauigkeit
  • Frühe Fehlererkennung
  • Minimale Störungen
  • Bessere Planbarkeit

Artikelbezogene Inventur

Anwendung:

Gezielte Prüfung spezifischer Artikel bei Verdachtsfällen

Anlässe:
  • Reklamationen nachverfolgen
  • Verdachtsfälle untersuchen
  • Qualitätsprüfungen unterstützen
  • Systemabweichungen prüfen
Menüpfad:

Inventur > Artikelbezogene Inventur

4-Augen-Prinzip

Sicherheitskonzept:

Zwei Personen führen unabhängige Inventur durch

Arbeitsablauf:
  1. Erste Person zählt
  2. Zweite Person kontrolliert
  3. Bei Differenzen: Nachzählung
  4. Konsens erreichen
  5. Buchung durchführen
Konfiguration:
  • Inventur-Teams definieren
  • Berechtigungen zuweisen
  • Workflows konfigurieren
  • Eskalations-Regeln festlegen

Nahe-Null-Inventur

Anwendung:

Vollständige Bestandsbereinigung bei besonderen Anlässen

Anlässe:
  • Vor größeren Umbaumaßnahmen
  • Bei Systemwechsel
  • Für Audit-Zwecke
  • Zur Fehlerbereinigung
Durchführung:
  1. Bestände weitgehend abbauen
  2. Restbestände vollständig erfassen
  3. Differenzen aufklären
  4. Neuaufbau mit korrekten Daten

Inventur-Durchführung Schritt für Schritt

1

Artikel auswählen

Bestimmung der zu inventierenden Artikel basierend auf Inventur-Strategie

Auswahlkriterien:
  • ABC-Klassifizierung beachten
  • Letzte Inventur-Termine prüfen
  • Bewegungshäufigkeit berücksichtigen
  • Verdachtsfälle prioritär behandeln
2

Inventur starten

Inventur im System initialisieren und Zählung vorbereiten

Systemschritte:
  • Inventur-Auftrag im WMS erstellen
  • Sperrung der Artikel für Bewegungen
  • Zähllisten oder mobile Geräte vorbereiten
  • Inventur-Team informieren
3

Alle Lagerplätze prüfen

Systematische Durchsuchung aller relevanten Lagerplätze

Prüfungsumfang:
  • Standard-Lagerplätze im HRL/AKL
  • Sonder-Lagerplätze (Qualität, Sperre)
  • Transport- und Kommissionier-Bereiche
  • Versteckte oder vergessene Bestände
4

Mengen erfassen

Präzise Zählung und Dokumentation aller gefundenen Mengen

Erfassungsmethoden:
  • Manuelle Zählung mit Protokollierung
  • Barcode-Scan für Artikel-Identifikation
  • Waagen-Unterstützung bei Schüttgut
  • Foto-Dokumentation bei Unklarheiten
5

Differenzen analysieren

Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Bestand systematisch untersuchen

Analyseschritte:
  • Differenzen-Berechnung automatisch
  • Ursachen-Forschung bei Abweichungen
  • Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse
  • Nachzählung bei kritischen Differenzen
6

Korrekturen durchführen

Systembestände entsprechend der Inventur-Ergebnisse anpassen

Korrektur-Prozess:
  • Genehmigung bei großen Differenzen
  • Buchung der Bestandskorrekturen
  • Grund-Codes für Abweichungen
  • Dokumentation für Audit-Trail

Bestandskorrekturen

Arten von Bestandskorrekturen

Mengenkorrektur

Anwendung: Ist-Menge weicht von Soll-Menge ab

Häufige Gründe:
  • Zähldifferenzen bei Inventur
  • Schwund durch Verdampfung
  • Buchungsfehler korrigieren
  • Beschädigung von Artikeln

Attributkorrektur

Anwendung: Artikel-Eigenschaften ändern

Änderungsbereiche:
  • Qualitätsstatus anpassen
  • Chargen-Zuordnung korrigieren
  • Lagerplatz-Zuordnung aktualisieren
  • Haltbarkeitsdaten korrigieren

Einzelbestand-Korrektur

Anwendung: Spezifische LHM korrigieren

Vorteile:
  • Gezielte Anpassung einzelner LHM
  • Minimale Auswirkungen
  • Präzise Dokumentation
  • Keine Beeinträchtigung anderer Bestände

Bestandskorrektur durchführen

Menüpfad: Bestand > Bestandskorrektur

Einzelbestand korrigieren

1
Artikel und LHM auswählen

Bestand über Artikel-Nummer und LHM-Nummer eindeutig identifizieren

2
Aktuelle Werte prüfen

System-Bestand und aktuelle Eigenschaften kontrollieren

3
Neue Werte eingeben

Korrekte Menge und/oder Eigenschaften eintragen

4
Korrektur-Grund angeben

Grund für die Korrektur aus Dropdown-Liste wählen

5
Korrektur bestätigen

Buchung durchführen und Audit-Trail erstellen

Mehrfachauswahl für Massen-Korrekturen

  1. Mehrere Bestände über Filter oder manuelle Auswahl markieren
  2. Massen-Korrektur-Funktion aktivieren
  3. Einheitliche Änderungen definieren (z.B. Qualitätsstatus)
  4. Batch-Verarbeitung starten
  5. Erfolg der Verarbeitung prüfen

Korrektur-Gründe und Dokumentation

Operative Gründe

Inventur-Differenz:

Zählung ergab Abweichung vom Systembestand

Schwund:

Natürlicher Verlust durch Verdampfung, Abnutzung etc.

Eingabefehler:

Korrektur einer fehlerhaften manuellen Buchung

Qualitäts-Gründe

Beschädigung:

Artikel nicht mehr verwendbar durch Transport- oder Lagerschäden

Qualitätsmangel:

Artikel entspricht nicht der Spezifikation

Ablaufdatum:

Haltbarkeitsdatum überschritten

System-Gründe

Systemfehler:

Technische Probleme bei automatischer Buchung

Datenkorrektur:

Korrektur von Stammdaten-Fehlern

Migration:

Anpassung bei Systemwechsel oder Update

Dokumentations-Anforderungen

Detaillierte Beschreibung des Grundes
Verantwortliche Person festhalten
Exakter Zeitpunkt der Korrektur
Auswirkungen auf andere Prozesse bewerten
Genehmigung bei größeren Korrekturen

Bestände sperren und freigeben

Gründe für Bestandssperrungen

Qualitätsprobleme

Qualitätsprüfung läuft:

Routinemäßige oder anlassbezogene Qualitätskontrolle

Reklamation eingegangen:

Kundenbeanstandung erfordert Untersuchung

Verdacht auf Beschädigung:

Sichtbare oder vermutete Schäden am Material

Haltbarkeitsprobleme:

Ablaufdatum erreicht oder Qualitätsverlust

Technische Gründe

Systemfehler bei Buchung:

Technische Probleme in der Datenverarbeitung

Dateninkonsistenzen:

Widersprüchliche Informationen im System

Lagerplatz-Probleme:

Defekte oder unzugängliche Lagerplätze

Transport-Schäden:

Beschädigungen während der Beförderung

Sperrung durchführen

Menüpfad: Bestand > Bestand sperren/freigeben

1. Bestand identifizieren

Artikel und LHM über verschiedene Suchkriterien finden

  • Artikel-Nummer eingeben
  • LHM-Nummer scannen
  • Lagerplatz-basierte Suche
  • Chargen-Nummer verwenden

2. Sperr-Grund auswählen

Vordefinierte Gründe aus Dropdown-Liste wählen

  • Qualitätsprüfung erforderlich
  • Beschädigung vermutet
  • Reklamation eingegangen
  • Behördliche Anordnung

3. Sperr-Kommentar eingeben

Detaillierte Beschreibung des Sperr-Grundes

  • Konkrete Beschreibung des Problems
  • Referenz zu Reklamation/Ticket
  • Erwartete Bearbeitungsdauer
  • Ansprechpartner für Rückfragen

4. Sperrung aktivieren

Bestand wird sofort für Entnahmen gesperrt

Auswirkungen:
  • Keine Entnahme mehr möglich
  • Keine Reservierung möglich
  • Sichtbar in allen System-Anzeigen
  • Automatische Benachrichtigung

5. Bereiche informieren

Betroffene Abteilungen über Sperrung benachrichtigen

  • Disposition über gesperrte Mengen
  • Qualitätsprüfung über Prüfauftrag
  • Einkauf über Lieferantenproblem
  • Kunden über Lieferverzögerung

Freigabe durchführen

Voraussetzungen für Freigabe

Sperr-Grund ist vollständig behoben
Qualitätsprüfung erfolgreich abgeschlossen
Erforderliche Genehmigungen eingeholt
Dokumentation vollständig und aktuell

Freigabe-Arbeitsschritte

1
Gesperrte Bestände anzeigen

Übersicht aller aktuell gesperrten Bestände aufrufen

2
Bestand auswählen

Spezifischen Bestand für Freigabe markieren

3
Freigabe-Grund eingeben

Begründung für die Freigabe dokumentieren

4
Freigabe bestätigen

Endgültige Freigabe mit digitaler Signatur

5
Verfügbarkeit prüfen

Bestätigung der wiederherigestellten Verfügbarkeit

ABC-Analyse

ABC-Klassifizierung Grundlagen

Pareto-Prinzip (80/20-Regel)

Grundlage der ABC-Analyse ist das Pareto-Prinzip: 80% des Wertes wird durch 20% der Artikel verursacht

A

A-Artikel

80% des Wertes
20% der Artikel
Eigenschaften:
  • Hoher Wert pro Artikel
  • Geringe Anzahl von Artikeln
  • Höchste Priorität bei Behandlung
  • Intensive Überwachung erforderlich
B

B-Artikel

15% des Wertes
30% der Artikel
Eigenschaften:
  • Mittlerer Wert pro Artikel
  • Mittlere Anzahl von Artikeln
  • Normale Priorität
  • Regelmäßige Kontrolle
C

C-Artikel

5% des Wertes
50% der Artikel
Eigenschaften:
  • Niedriger Wert pro Artikel
  • Hohe Anzahl von Artikeln
  • Niedrige Priorität
  • Seltene Kontrolle ausreichend

Zusätzliche Klassifizierungs-Kriterien

Umschlagshäufigkeit

Wie oft ein Artikel pro Zeitraum bewegt wird

Bewertung:
  • Täglich bewegte Artikel: Höchste Priorität
  • Wöchentlich bewegte Artikel: Hohe Priorität
  • Monatlich bewegte Artikel: Mittlere Priorität
  • Seltener bewegte Artikel: Niedrige Priorität

Kritikalität

Wichtigkeit für Produktion und Geschäftsprozesse

Faktoren:
  • Verfügbarkeit von Ersatzartikeln
  • Auswirkung bei Fehlbestand
  • Lieferzeit des Artikels
  • Sicherheitsrelevanz

Lagerkosten

Kosten für Lagerung und Kapitalbindung

Kostenarten:
  • Kapitalbindungskosten
  • Lagerplatz-Kosten
  • Handling-Kosten
  • Versicherungs-Kosten

Verfügbarkeit

Lieferzeiten und Beschaffungsaufwand

Aspekte:
  • Lieferzeit des Lieferanten
  • Anzahl verfügbarer Lieferanten
  • Mindestbestellmengen
  • Saisonale Verfügbarkeit

ABC-Analyse durchführen

Menüpfad: Data Center > ABC-Analyse
1

Analyse-Parameter definieren

Grundeinstellungen für die Analyse festlegen

Parameter-Auswahl:
  • Bewertungs-Zeitraum (z.B. letzte 12 Monate)
  • Bewertungs-Kriterien (Wert, Menge, Häufigkeit)
  • Gewichtung der Kriterien
  • Klassifizierungs-Schwellen (80/15/5 oder angepasst)
2

Artikel-Auswahl treffen

Bestimmung welche Artikel in die Analyse einbezogen werden

Auswahl-Kriterien:
  • Alle aktiven Artikel
  • Spezifische Artikel-Gruppen
  • Lagerbereich-spezifische Artikel
  • Filter nach Bewegungshäufigkeit
3

Zeitraum festlegen

Defizition des Betrachtungs-Zeitraums für die Datengrundlage

Zeitraum-Optionen:
  • Rollierendes Jahr (letzte 12 Monate)
  • Kalenderjahr (Januar - Dezember)
  • Geschäftsjahr (je nach Unternehmen)
  • Benutzerdefinierter Zeitraum
4

Kriterien gewichten

Relative Wichtigkeit der verschiedenen Bewertungs-Kriterien festlegen

Beispiel-Gewichtung:
  • Umsatz-Wert: 50%
  • Umschlagshäufigkeit: 30%
  • Kritikalität: 15%
  • Lagerkosten: 5%
5

Analyse starten

Automatische Berechnung und Klassifizierung aller Artikel

Berechnungs-Schritte:
  • Daten-Extraktion aus WMS und SAP
  • Berechnung der gewichteten Scores
  • Sortierung nach Gesamtwert
  • Klassifizierung in A/B/C-Kategorien
6

Ergebnisse auswerten

Interpretation und Ableitung von Maßnahmen aus den Analyse-Ergebnissen

Ergebnis-Darstellung:
  • Grafische Darstellung der Verteilung
  • Artikel-Listen pro Kategorie
  • Wert-Analysen detailliert
  • Empfehlungen für Optimierung

ABC-Anwendungsbereiche

Lagerplatz-Optimierung

Optimale Platzierung basierend auf Zugriffshäufigkeit

Strategie:
  • A-Artikel: Optimale Lagerplätze (kurze Wege, gute Erreichbarkeit)
  • B-Artikel: Standard-Lagerplätze (moderate Entfernungen)
  • C-Artikel: Entfernte Lagerplätze (längere Wege akzeptabel)

Inventur-Frequenz

Anpassung der Prüfhäufigkeit nach Artikel-Wichtigkeit

Prüf-Intervalle:
  • A-Artikel: Monatliche Kontrolle
  • B-Artikel: Quartalsweise Kontrolle
  • C-Artikel: Jährliche Kontrolle

Bestandsstrategien

Differentierte Bestandsführung nach Artikel-Klassen

Strategien:
  • A-Artikel: Niedrige Bestände, hohe Umschlagshäufigkeit
  • B-Artikel: Moderate Bestände, regelmäßige Bestellungen
  • C-Artikel: Höhere Bestände, seltene Bestellungen

Beschaffungsstrategien

Lieferanten-Management basierend auf Artikel-Wichtigkeit

Ansätze:
  • A-Artikel: Mehrere Lieferanten, kurze Lieferzeiten
  • B-Artikel: Standard-Lieferanten, normale Konditionen
  • C-Artikel: Einzellieferanten, Großmengen-Rabatte

Reorganisation

Reorganisations-Ziele

Lagerplatz-Optimierung

Optimale Zuordnung von Artikeln zu Lagerplätzen basierend auf Zugriffshäufigkeit und ABC-Klassifizierung

Zugriffszeiten reduzieren

Minimierung der Kommissionier-Zeiten durch strategische Platzierung häufig genutzter Artikel

Lagerkapazität optimieren

Bessere Ausnutzung des verfügbaren Lagerraums durch effiziente Raumaufteilung

Fehlerquellen eliminieren

Reduzierung von Kommissionier-Fehlern durch logische Artikel-Anordnung

Reorganisations-Methoden

Vollständige Reorganisation

Anwendung: Komplette Neuordnung des gesamten Lagers

Vorteile:
  • Maximale Optimierungsmöglichkeiten
  • Berücksichtigung aller Abhängigkeiten
  • Einheitliche Neustrukturierung
  • Langfristige Optimierung
Herausforderungen:
  • Hoher Zeitaufwand
  • Betriebsunterbrechungen
  • Komplexe Planung erforderlich
  • Hohe Kosten

Teilweise Reorganisation

Anwendung: Gezielte Optimierung spezifischer Lagerbereiche

Vorteile:
  • Geringere Betriebsstörungen
  • Fokussierte Verbesserungen
  • Kürzere Umsetzungsdauer
  • Niedrigere Kosten
Anwendungsbereiche:
  • Einzelne Lagerzonen
  • Spezifische Artikel-Gruppen
  • Problematische Bereiche
  • Neue Artikel-Einführungen

Kontinuierliche Reorganisation

Anwendung: Laufende Optimierung basierend auf aktuellen Daten

Vorteile:
  • Immer aktuelle Optimierung
  • Keine Betriebsunterbrechungen
  • Automatisierte Prozesse
  • Kontinuierliche Verbesserung
Auslöser:
  • ABC-Klassen-Änderungen
  • Neue Verbrauchsmuster
  • Saisonale Anpassungen
  • Performance-Schwellenwerte

Ereignis-basierte Reorganisation

Anwendung: Reorganisation bei spezifischen Ereignissen oder Problemen

Auslöse-Ereignisse:
  • Performance-Verschlechterung
  • Neue Produktlinien
  • Kapazitäts-Engpässe
  • Technologie-Upgrades
Herangehensweise:
  • Schnelle Reaktion auf Probleme
  • Zielgerichtete Maßnahmen
  • Messbare Verbesserungen
  • Dokumentierte Erfolge

LHM-Reorganisation durchführen

Menüpfad: Reorganisation > LHM-Reorganisation
1

Reorganisations-Bereich definieren

Festlegung des Umfangs und der Grenzen der Reorganisation

Bereichs-Optionen:
  • Gesamtes Lager (HRL und AKL)
  • Spezifischer Lagerbereich (nur HRL oder nur AKL)
  • Einzelne Lagerzonen oder Gänge
  • Artikel-spezifische Bereiche
2

LHM-Auswahl treffen

Bestimmung welche Ladehilfsmittel reorganisiert werden sollen

Auswahl-Kriterien:
  • ABC-Klassifizierung der Artikel
  • Bewegungshäufigkeit der LHM
  • Aktuelle Lagerplatz-Effizienz
  • Lagerplatz-Auslastung
3

Ziel-Strategie festlegen

Definition der Optimierungs-Ziele und -Strategien

Strategie-Optionen:
  • ABC-basiert: A-Artikel in optimale Bereiche
  • FIFO-basiert: Älteste Bestände zuerst
  • Effizienz-basiert: Minimale Laufwege
  • Kapazität-basiert: Optimale Raumnutzung
4

Reorganisation starten

Initiierung des automatischen Reorganisations-Prozesses

System-Aktionen:
  • Berechnung optimaler Lagerplatz-Zuordnungen
  • Generierung von Umlagerungs-Aufträgen
  • Priorisierung der Bewegungen
  • Freigabe für Ausführung
5

Fortschritt überwachen

Kontinuierliche Überwachung und Steuerung des Reorganisations-Prozesses

Überwachungs-Aspekte:
  • Anzahl bearbeiteter vs. geplanter Umlagerungen
  • Durchschnittliche Bearbeitungszeit
  • Aufgetretene Probleme oder Blockierungen
  • Auswirkungen auf den laufenden Betrieb

Reorganisations-Strategien im Detail

ABC-basierte Reorganisation

Grundprinzip:

A-Artikel werden in die optimalen Zonen platziert, B-Artikel in mittlere Bereiche, C-Artikel in entfernte Zonen

Umsetzung:
  1. Aktuelle ABC-Analyse durchführen
  2. Optimale Zonen für A-Artikel definieren
  3. Häufig genutzte Artikel bevorzugt platzieren
  4. Laufwege systematisch minimieren
  5. Effizienz-Verbesserung messen
Erwartete Vorteile:
  • 20-30% Reduzierung der Kommissionier-Zeiten
  • 15-25% weniger Laufwege
  • Verbesserte Mitarbeiter-Zufriedenheit
  • Höhere Systemdurchsätze

FIFO-Reorganisation

Grundprinzip:

Älteste Bestände werden in die am besten zugänglichen Bereiche verlagert um FIFO-Entnahmen zu optimieren

Umsetzung:
  1. Bestände nach Alter analysieren
  2. Älteste Bestände identifizieren
  3. Optimale FIFO-Bereiche definieren
  4. Haltbarkeit und Rotation verbessern
  5. Verderb-Rate messen und reduzieren
Erwartete Vorteile:
  • Reduzierung des Schwunds um 60-80%
  • Verbesserte Qualitäts-Rotation
  • Compliance mit Haltbarkeitsvorschriften
  • Reduzierte Verluste durch Verderb

Erfolg messen und bewerten

Effizienz-Metriken

Durchschnittliche Kommissionier-Zeit
Ziel: -20%
Laufwege pro Auftrag
Ziel: -25%
Picks per Hour
Ziel: +30%

Qualitäts-Metriken

Kommissionier-Fehlerrate
Ziel: -50%
FIFO-Einhaltung
Ziel: >95%
Schwund-Rate
Ziel: -70%

Kapazitäts-Metriken

Lagerplatz-Auslastung
Ziel: >85%
Durchsatz pro Quadratmeter
Ziel: +40%
Verfügbare Lagerplätze
Ziel: +15%

Erfolgs-Bewertungs-Zeitplan

1-7 Tage
Sofortige Auswirkungen
  • Reorganisations-Vollständigkeit (100%)
  • System-Stabilität nach Umstellung
  • Mitarbeiter-Akzeptanz der Änderungen
1-4 Wochen
Kurzfristige Verbesserungen
  • Kommissionier-Zeiten
  • Fehlerreduktion
  • Laufwege-Optimierung
1-6 Monate
Langfristige Erfolge
  • Gesamtkosten-Reduktion
  • Kapazitäts-Steigerung
  • ROI der Reorganisation